18.05.21

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Das solltest du über E-Bike Motoren wissen



Ob Front-, Mittel- oder Heckantrieb, ob viel oder wenig Leistung: E-Bike-Motoren gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und in allen möglichen Preisklassen. Welcher Motor für dich der richtige ist, hängt davon ab, wofür du dein E-Bike einsetzt. Wir zeigen dir, welche Unterschiede es bei den Antrieben gibt und worauf du beim Kauf unbedingt achten solltest.

Front-, Mittel- oder Heckantrieb?


Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal von E-Bike-Motoren ist die Position, an der sie sich befinden. „Ich würde immer einen Mittelmotor empfehlen, denn der unterstützen sehr harmonisch und kann mit allen möglichen Schaltungen verbaut werden. Er ist direkt mit dem Tretlager verbunden und hat damit den besten Wirkungsgrad“, rät unser Experte Gert Tigelaar. Das bedeutet, dass du mit einer Akkuladung weiterkommst als mit den beiden anderen Antrieben. Der Nachteil: der Motor ist durch die Bauweise und höheren Verschleiß an Kette und Ritzel etwas teurer als ein Front- oder Heckantrieb.



Beim Frontantrieb ist der Motor direkt in der Nabe des Vorderrads eingebaut. Seine Vorteile: Er unterstützt dich beim Anfahren direkt, ganz unabhängig davon, welchen Gang du gerade eingelegt hast. Dabei sind sowohl Ketten- als auch Nabenschaltungen möglich. Weil die Technik im Vergleich „einfacher“ ist als beim Mittelmotor, kostet der Frontantrieb auch weniger und eignet sich damit besonders für alle, die ihr E-Bike vor allem für kurze Strecken im Flachland nutzen. Durch den vorn liegenden Motor lässt sich das E-Bike allerdings etwas schwerer lenken als bei Rädern mit Mittel- oder Heckmotor.



Heckmotoren sind in der Nabe des Hinterrads verbaut. Genau wie Frontmotoren unterstützen sie dich direkt beim Anfahren. Ihr großer Vorteil: Die bessere Traktion bietet ein sportlicheres Fahrverhalten und der Verschleiß ist geringer, da die Kraft direkt auf das Hinterrad übertragen wird. Nachteil: ein hecklastiges Fahrverhalten ist möglich. Außerdem kannst Du hier nur eine Kettenschaltung bekommen und der Ausbau ist schwieriger.


Welche Leistung für welchen Fahrstil?


Die Leistung von E-Bikes bis 25 km/h ist mit 250 Watt in Deutschland weitgehend einheitlich geregelt. Motoren unterscheiden sich dagegen durch das Drehmoment – also die Kraft, mit der dich der Antrieb beim Tritt in die Pedale unterstützt. Die Maßeinheit Newtonmeter (Nm) gibt die Kraft in der stärksten Unterstützungsstufe an.

Wenn du dein Rad vor allem in der Stadt oder für gemütliche Fahrradtouren im Münsterland nutzt, reicht ein Antrieb mit 50 Nm völlig aus.



Bist du dagegen in den Bergen unterwegs, sollten es schon ein paar mehr Newtonmeter sein – die Motoren von E-Mountainbikes bringen beispielsweise oft 75 Nm und mehr mit.

Viele Newtonmeter sind jedoch nicht immer von Vorteil, denn ein stärkerer Motor verbraucht auch mehr Energie. Das bedeutet, dass du möglicherweise auch einen stärkeren Akku brauchst, abhängig davon, wie weit du im Regelfall pro Tour fährst. „Um die Kosten im überschaubaren Rahmen zu halten, raten wir unseren Kunden daher immer zu einem Antrieb, der perfekt zu ihrer Fahrweise passt“, erklärt Gert Tigelaar.


Welche Hersteller?


Lange Zeit waren Bosch und Brose die Marktführer für hochwertige E-Bike-Antriebe. Mittlerweile haben weitere Hersteller nachgezogen; ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten beispielsweise auch Motoren von Shimano oder Ananda. „Ein echter Geheimtipp sind aus meiner Sicht aber auch die Antriebe von Bafang. Sie punkten durch hohe Maximalleistungen von bis zu 120 Nm und haben ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis“, so unser Experte Gert Tigelaar. Wer auf Schnäppchenjagd geht, sollte dagegen nicht zu viel erwarten. „Billigmodelle haben oft ihre Tücken, da wird meist schon nach kurzer Zeit ein Austauschmotor fällig“, hat Gert Tigelaar festgestellt.